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  1. #1

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    Lightbulb Sticky Dash Fix - klebrige Oberfläche am Sondermodell Armaturenbrett beheben

    Hallo zusammen,

    die Anzahl der betroffenen mag überschaubar sein, aber es gibt sie dennoch: die klebrigen Armaturenbretter der frühen Sondermodelle (bis ca. 93).

    Ich hatte diese Herausforderung mit dem Kauf meines Autos (91er Racing Green) ebenfalls "akzeptiert".

    Die Armaturenbretter sind komplett sandfarben hergestellt und dann oben mit einer weißen Grundierung versehen sowie mit einer schwarzen "protain" (was auch immer das heißen/bedeuten soll) Beschichtung versehen. Diese Beschichtung war sicher innovativ und würde später oft als "Softlack" in diversen Fahrzeugen angewendet.
    Die Beschichtung altert allerdings "etwas unschön". Möglicherweise ist ein Kontakt mit bestimmten Stoffen der Auslöser, aber irgendwann klebt die Beschichtung. Eine Reinigung mit Wasser und Geschirrtuch endet oft unerwartet mit anhaftenden Flusen. Und auch harten Kontakt verkraftet die Oberfläche nicht gut. Die Beschichtung hat dann Kerben oder gar zusammengeschobene "Berge" von Material und evtl. sichtbare weiße Grundierung.

    Bei der Recherche zur Lösung hatte ich auch den Bericht auf "miatiniracing" gelesen. Ausbau des Armaturenbretts war mir allerdings keine Option - ja, mancheiner versteht das zurecht als Faulheit.
    Aber auch das "Abbeizen" mit Bremsflüssigkeit war mir weniger sympathisch ...

    Nun hatte es sich so zugetragen, dass ich dabei war die Sitze aufzubereiten und dafür beim Lederzentrum Farbe anmischen ließ. Bei der Verarbeitung hatte ich den Eindruck, dass es sich um eine Dispersion handelt und diese "recht universell" verwendbar ist. Konkret hatte ich an den Außenflächen des linken Crashpads die Verträglichkeit getestet, weil die Crashpads ebenfalls (wie bei fast jedem dieser Fahrzeuge) ausgeblichen waren. Der Test war erfolgreich.

    Diese Bilder zeigen die quasi fertigen Crashpads, wobei der Farbeindruck durch LED-Beleuchtung und Handy-Kamera nicht optimal ist:

    IMG_20240620_220841149.jpgIMG_20240620_220846510.jpg

    Bei dieser Gelegenheit habe ich aber auch das Lösungsmittel am Armaturenbrett getestet, also an der klebrigen schwarzen Beschichtung. Ergebnis: weiße Grundierung kam zum Vorschein!
    Bei weiterer Recherche habe ich festgestellt, dass das Lösemittel eine übliche Chemikalie ist: https://de.wikipedia.org/wiki/1-Methoxy-2-propylacetat So wird diese bspw. im Zusammenhang mit Kunstharz-Laminaten verwendet. In den einschlägigen Shops gibt es das Zeug dann auch zu überschaubaren Preisen.

    Daraufhin habe ich begonnen mit einem Schwamm, der mit Lösemittel getränkt war, die Beschichtung "abzuwaschen". Es bildet sich eine flüssige Lösung der schwarzen Beschichtung, die mit einem Lappen in der zweiten Hand aufgenommen wird. Also eine Hand löst es auf, die zweite Hand wischt es weg.
    Im eingebauten Zustand könnte ich mit diesem Vorgehen das Armaturenbrett bis auf die weiße Grundierung reinigen. Teilweise wurde auch die Grundierung angelöst und abgewischt, wenn ich zu intensiv gerieben habe. Das ist aber im Gesamtprozess kein Problem.

    Achtung: Nur mit persönlicher Schutzausrüstung arbeiten! Das sind hierbei Schutzbrille, Schutzhandschuhe und Atemschutzmaske.

    Hier links neben dem Kombi-Instrument die Teststelle, die die weiße Grundierung zeigt:

    IMG_20240622_093209235.jpg

    Anmerkung: Sollten die dünnen Finger für den Bereich zwischen Scheibe und Armaturenbrett fehlen, lässt sich ein dünnes Brettchen mit aufgeklebtem Schaumgummi verwenden. Zumindest bei mir ist der Spalte ca. 15 mm breit, sodass dieses Vorgehen funktioniert (vgl. unten Auftrag der Farbe).

    "Entlackt" sieht das Ganze dann in etwa so aus:

    IMG_20240622_210153721.jpgIMG_20240622_210143669.jpg

    Nachdem das Brett nun "sauber" war - ein leicht grauer Film aus gelöster und wieder getrockneter Beschichtung ließ sich nicht vermeiden - konnte eine neue Farbe drauf. Im eingebauten Zustand, wie oben bereits beschrieben, sind die Möglichkeiten natürlich ein wenig eingeschränkt.
    Die Erfahrungen mit der Ledertönung waren aber bereits gemacht - ich hatte das Ganze bereits an der Instrumentenhaube erfolgreich getestet - und damit ging es fröhlich mit schwarzem "Leder Fresh" (Leather Fresh) ans Werk. Die einzelnen Durchgänge bis zur abschließenden deckenden Schicht, habe ich mit dem Heißluftfön auf 200 °C zwischendurch getrocknet.
    Für den Spalte zwischen Armaturenbrett und Scheibe habe ich ein Brettchen mit aufgeklebtem Schaumstoff verwendet. Dieses ca. 50 mm breit und auf ca. 80 mm Länge mit einem etwa 8 mm dicken Schaumstoff belegt, ist ein gut geeignetes Werkzeug. Der Schaumstoff wird mit der Farbe getränkt und diese dann im Spalt "aufgetupft". Die Technik ist da sicher individuell verschieden und sicher sind andere Vorgehen möglich - für mich jedenfalls hat das gut funktioniert.

    Achtung: Nur in gut belüfteten Räumen durchführen!

    Hier ein paar Impressionen von der "Wiederherstellung":

    IMG_20240623_185648188.jpgIMG_20240623_185638724.jpgIMG_20240623_185631074.jpg
    IMG_20240623_185715423.jpgIMG_20240623_185655115.jpg

    Das Ergebnis ist: schwarz, matt, strukturierte Oberfläche des originalen Armaturenbretts, nicht klebrig und abriebfest.

    IMG_20240623_214855532.jpg
    IMG_20240627_205505138.jpg

    Ich hoffe das hilft weiteren Betroffenen und gibt eine Anregung, dass es auch alternative Vorgehen ohne Ausbau des ganzen Armaturenbretts gibt.

    Beste Grüße
    Sebastian

    p.s. Der Gesamtaufwand in Arbeitszeit lag bei ca. 6-8 Stunden.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    1991er BRG


  2. #2

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    Moin,

    Top, nur ein Hinweis für unbedarfte Nachmacher-

    Heißluftföhn an Frontscheibe ist ziemlich gefährlich. Vielleicht doch wirklich besser ausbauen ?

    Schöne Grüße,

    Carsten

  3. #3

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    Zitat Zitat von Durango2k Beitrag anzeigen
    Moin,

    Top, nur ein Hinweis für unbedarfte Nachmacher-

    Heißluftföhn an Frontscheibe ist ziemlich gefährlich. Vielleicht doch wirklich besser ausbauen ?

    Schöne Grüße,

    Carsten
    Hallo Carsten,

    vielen Dank für den Hinweis.

    Ich habe hier tatsächlich immer in schwenkender Bewegung gearbeitet und zumindest einen Streifen der Scheibe recht gleichmäßig erwärmt.
    Dennoch ist Glas empfindlich was thermischen Stress angeht, keine Frage.

    Möglicherweise hatte ich auch zusätzlich eine gute Wahl mit dem Temperatur-regelbaren Gerät. 200 °C gegenüber den häufig zu findenden 550 °C in der hohen Stufe bei "nur 2-stufigen" Geräten, ist sicher auch nochmal ein relevanter Unterschied.

    Beste Grüße
    Sebastian
    1991er BRG


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